Woran glauben Japaner?
Japanisch

Woran glauben Japaner?

Wenn man nach Japan reist, dann fällt einem schnell auf, dass dort eine ganz andere Kultur herrscht. Das gilt vor allem, wenn es um Religion geht. Denn die Japaner haben eine ganz andere Einstellung zu Religion wie wir im Westen. Das zeigt sich schon daran, dass in Japan zwei Weltreligionen friedlich nebeneinander existieren. Dennoch halten sich die meisten Japaner nicht für “gläubig” im klassischen Sinne. Also, so wie man das Wort im Westen versteht.

In diesem Artikel erklären wir dir, welche Religionen Japan hat, was es mit der japanischen Religion auf sich hat und welche Religion Japaner haben.

Religion in Japan

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Zunächst solltest du wissen, dass in Japan Religion nicht unbedingt mit Glauben zu tun hat, sondern eher eine Lebenseinstellung ist. Also sehen sie Religion eher als moralisches Regelwerk. Dabei geht es vor allem um Tradition und Rituale. Außerdem sind Japaner sehr offen, wenn es um Glauben geht. Das zeigt sich vor allem darin, dass die meisten Japaner nicht nur eine Religion, sondern zwei praktizieren. Denn die meisten Japaner folgen beiden vorherrschenden Hauptreligionen, Shintō und Buddhismus. Das liegt daran, dass beide Religionen eine lange Tradition in Japan haben. Deshalb fühlen sich viele Japaner beiden Konfessionen nahe.

Zudem herrscht in Japan eine Religionstoleranz, die man kaum woanders antrifft. Denn jede Religion und jeder Glaube wird respektiert und toleriert. Das gilt auch für neuere Religionen, wie zum Beispiel das Christentum. Zwar ist die christliche Glaubensgemeinschaft in Japan relativ klein, doch sie wird genauso respektiert wie Buddhismus oder Shintō. Also existieren vielzählige Religionen friedlich nebeneinander. Sogar die zwei Hauptreligionen Shintō und Buddhismus. Das zeigt sich auch darin, dass Shintō-Schreine und Buddhist-Tempel nebeneinander stehen. Deshalb ist es für Japaner auch einfach, beide zu besuchen, was sie auch tun. Darum ist es also gar nicht so einfach zu sagen, welche Religion Japaner haben.

Wenn man sich Statistiken aus Japan anschaut, dann gehört der Großteil der Japaner beiden Hauptreligionen an. Allerdings ist der Anteil des Buddhismus etwas kleiner. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Buddhismus von China nach Japan gekommen ist, während Shintō die heimische Religion ist. Neben den beiden Hauptreligionen findet man auch Glaubensgemeinschaften der folgenden Konfessionen in Japan:

  • Christentum
  • Islam
  • Judentum
  • Neue Religionen – diese sind religiöse Bewegungen, die traditionelle Elemente mischen, aber keiner herrschenden Religion zugeordnet werden können.

Weil die japanische Kultur und Religion hochinteressant sind, lohnt es sich, Japanisch zu lernen. Denn, wenn man eine Sprache versteht, versteht man auch die Kultur besser.

Shintō und Buddhismus – die japanische Religion

Nachdem wir über Religion in Japan im Allgemeinen gesprochen haben, lass uns die beiden Hauptreligionen genauer anschauen. Allerdings muss gesagt werden, dass diese beiden Lehren sich gegenseitig beeinflussen. Zudem wissen wir ja, dass die meisten Japaner beiden angehören. Deshalb kann man sagen, dass die japanische Religion eine Ansammlung von buddhistischen Lehren und Institutionen, sowie der Shintō und buddhistische Gottheiten, ist. Dazu gehören auch Totenseelen, Ahnen und Geister. So werden zum Beispiel alle diese Gottheiten in Shintō-Schreinen verehrt.

Zwar werden beide Religionen von den meisten Japanern begangen, dennoch sind sie sehr unterschiedlich. Möglicherweise ist das aber der Grund, warum sie sich so gut ergänzen. Denn sie müssen nicht miteinander konkurrieren. Zum Beispiel heiraten viele Japaner mit Shintō Riten, lassen sich aber in der buddhistischen Tradition begraben. Wenn du dich jetzt fragst, wie das denn geht, musst du versuchen, von unserer Einstellung zu Religion wegzukommen. Denn in Japan ist Religion kein Gesetz, dass man unbedingt einhalten muss, weil sonst etwas Schlimmes passiert. So gibt es in keiner der beiden Hauptreligionen eine Hölle. Obwohl wir hier die beiden Religionen separat besprechen, solltest du im Hinterkopf behalten, dass sie sich nicht ausschließen.

Shintō

Anders als das Christentum oder Islam ist Shintoismus eine polytheistische Religion. Das heißt, dass man an mehrere Götter glaubt. Das zeigt sich schon im Namen, denn Shintō bedeutet auf Deutsch “der Weg der Kami”. Dabei sind die Kami die Götter im Shintoismus. Allerdings darf man sich diese nicht wie den christlichen Gott vorstellen. Denn diese sind Geister, die die Form von Dingen und Konzepten annehmen, wie Regen, Berge oder Fruchtbarkeit. Daraus ergibt sich auch eine enge Verbindung mit der Natur. Dennoch gibt es eine Art Hierarchie unter den Kami, denn Amaterasu, die Göttin der Sonne, wird als wichtigste Gottheit angesehen.

Zudem gibt es im Shintoismus keinen Gründer oder eine heilige Schrift. Das heißt, dass es kein Äquivalent zur Bibel oder der Thora gibt. Dementsprechend gibt es auch keine Predigten, da es ja nichts zu predigen gibt. Aus diesem Grund wird Shintō manchmal nicht als klassische Religion bezeichnet. Vielmehr wird der Shintoismus von manchen als eine Anhäufung von Traditionen und Ritualen gesehen.  

Weil Menschen nach dem Tod zu Kami werden, ist die Verehrung der Vorfahren sehr wichtig in Japan. Deshalb gibt es auch viele Feste, bei denen man den toten Vorfahren gedenkt. Allerdings ist das der einzige Zusammenhang mit dem Tod im Shintoismus. Denn alles andere, was mit dem Tod zu tun hat, wird vom Buddhismus behandelt. Shintō ist eine Religion, die sich mit dem Hier und Jetzt auseinandersetzt. Deshalb ergänzen sich die beiden Religionen sehr gut.

Wenn man diese Religion praktizieren möchte, muss man Schreine besuchen, Reinigungszeremonien beiwohnen und Opfergaben machen. Dabei sind die Schreine die Behausungen der Kami. Außerdem gibt es im Shintoismus auch ein Priestertum, das die Rituale leitet. Allerdings können Männer und Frauen Shintō-Priester werden. Zudem dürfen sie heiraten und Kinder haben. Also ganz anders als zum Beispiel im Christentum.

Buddhismus

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Oft wird Buddhismus nicht als Religion, sondern als Lebensphilosophie bezeichnet. Denn die Lehren Buddhas beinhalten keine Götterverehrung. Ursprünglich kam der Buddhismus aus Indien. Weil dieser Glauben über China und Korea nach Japan gekommen ist, gibt es mehrere Formen. In Japan wird hauptsächlich der Mahayana Buddhismus betrieben. Zunächst war der Buddhismus im 6. Jahrhundert nur in der japanischen Oberschicht verbreitet. Erst langsam fand diese neue Religion auch beim Rest der Bevölkerung Anklang.

Da es keine Götter gibt, ist das Hauptziel des Buddhismus, dass man sich von seiner Gier nach Besitz löst. Das kann man nur dann erreichen, wenn man im Leben Gutes tut. Wenn man es schafft, gute Taten im Leben zu erbringen, erreicht man Nirvana, oder Erleuchtung. Aber auch wenn man es nicht schafft, kommt man nicht in die Hölle, sondern wird einfach wiedergeboren. Dann kann man es noch einmal versuchen. Also wird man so lange wiedergeboren, bis man das Nirvana erreicht.

Weil sich Buddhismus auch mit dem Leben nach dem Tod beschäftigt, werden viele Japaner nach dessen Riten beerdigt. Das heißt, sie werden eingeäschert und die Urne wird beigesetzt. Außerdem werden auch buddhistische Riten zum Gedächtnis an die Ahnen vollzogen. Zu diesem Zweck haben viele Japaner einen buddhistischen Hausaltar.

Aber Japaner gehen auch zu den Tempeln, wo sie wichtige Riten vollziehen. Allerdings werden im Tempel nur Rituale durchgeführt, die dem Hier und Jetzt Nutzen bringen. Also scheint es, dass eine Trennung zwischen Tod und Leben auch geografisch gibt. Während den Toten zu Hause gedacht wird, wird sich im Tempel um das Leben gekümmert.

Ebenso wie im Shintoismus gibt es auch im Buddhismus viele Feste, die man begeht. Zum Beispiel wird der Geburtstag Buddhas mit einem Blumenfest gefeiert, das Hanamatsuri heißt. Wenn du jetzt wissen willst, wie die Schreine und Tempel aussehen, findest du hier die schönsten.

Wie man am besten Japanisch lernt

Nachdem du jetzt über Religion in Japan Bescheid weißt, hast du sicher super Lust bekommen Japanisch zu lernen. Darum möchtest du auch sicher wissen, wie man es am besten lernt. Normalerweise sagen wir, dass man am besten eine Sprache lernt, wenn man einige Zeit im Ausland verbringt. Weil die Japaner ein anderes Schriftsystem verwenden als wir im Deutschen, würde das sehr schwierig werden. Deshalb ist es am besten, wenn du dir gute Grundkenntnisse aneignest. Und das geht am besten mit einem privaten Sprachlehrer. Denn mit einem Privatlehrer bekommst du einen Japanischkurs, der auf deine Bedürfnisse abgestimmt ist.

Wenn du dich jetzt fragst, wo du einen privaten Japanisch-Lehrer herbekommst, verraten wir’s dir. Auf der Sprachplattform italki kannst du dir deinen Sprachlehrer oder deine Lehrerin selbst aussuchen. Zudem sind die meisten Sprachlehrer auf der Plattform Muttersprachler. Demnach bekommst du einen Lehrer oder eine Lehrerin, die dir nicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur beibringen kann. Das ist vor allem bei einer Sprache wie Japanisch sehr wichtig. Denn die japanische Kultur und Sprache unterscheidet sich sehr von der deutschen.

Außerdem kann dir ein Sprachlehrer dabei helfen, die Aussprache gleich von Anfang an richtig zu lernen. Da musst du dir keine Sorgen machen, dass du Fehler lernst. Und Fehler wieder loszuwerden, kann schwierig sein, wenn du sie dir erst einmal eingeprägt hast. Obendrein kannst du mit deinem Japanisch-Lehrer auch das Sprechen üben. Denn das ist wichtig, um Selbstvertrauen aufzubauen. Worauf wartest du also noch, finde noch heute deinen Japanisch-Lehrer auf der Sprachplattform italki. Da lernst du Japanisch im Handumdrehen.

Falls du dich auch für andere Sprachen interessierst, kannst du in diesem Artikel lernen, wie die Zahlen auf Französisch heißen.

 

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