Koreanisch

Wie sind koreanische Sätze aufgebaut?

Wie sind koreanische Sätze aufgebaut

Koreanische Sätze sind grundsätzlich etwas anders aufgebaut als im Deutschen. Koreanisch gilt als vergleichsweise einfach zu lernen für uns Europäer, vor allem im Vergleich mit anderen asiatischen Sprachen.

In diesem Text erfährst du die wichtigsten Fakten über die koreanische Sprache und lernst, nach welchem Prinzip koreanische Sätze aufgebaut sind. Willst du Koreanisch lernen, so findest du auch Tipps, wie du am besten anfängst.

Im Koreanischen steht das Verb am Ende

Während wir als Kinder im Deutschunterricht die Bestandteile eines Satzes so lernen: „Subjekt – Prädikat – Objekt“ lernen koreanische Kinder die Reihenfolge „Subjekt – Objekt – Prädikat“. Das Verb steht in koreanischen Sätzen nahezu immer am Satzende. Recht häufig verzichten Koreaner aber sogar auf das Subjekt, denn die Person, um die es geht, ergibt sich aus dem Zusammenhang. Es gibt sogar Sätze, die nur aus einem Verb bestehen! Das geht so gut, weil Koreanisch eine sogenannte agglutinierende Sprache ist. Agglutinieren bedeutet wortwörtlich ankleben und genau das passiert im Koreanischen.

Das bedeutet praktisch, dass Verben nicht konjugiert werden wie im Deutschen, sondern es wird immer der Verbstamm genutzt und einzelne Silben am Ende ‚drangeklebt‘. Die angefügten Endsilben, in der Grammatik auch Partikel genannt, können verschiedene Bedeutungen haben und entscheiden auch darüber, ob es sich um eine Frage, eine Aussage oder einen Befehl handelt.

Wie sind koreanische Sätze aufgebaut

Partikel bringen Struktur in koreanische Sätze

Nicht nur Verben erhalten ihren Bezug im Satz durch angefügte Partikel, sondern Subjekt und Objekt werden auch durch Partikel gekennzeichnet.
Im Satz „Anna trägt rote Schuhe“ ist Anna ganz klar das Subjekt, während die roten Schuhe das Objekt sind, denn sie stehen hinter dem Verb. Da das Verb in der dritten Person Singular steht, verstehen wir, dass nicht die roten Schuhe Tina tragen.

Im Koreanischen wäre es so, dass die Wortstämme für Anna + rote Schuhe + tragen zu erkennen sind und du dann anhand der jeweiligen Partikel an den Enden der Worte verstehst, wer wen trägt.

Dies ist nur ein kleines Beispiel, um dir zu zeigen, wie koreanische Sätze im Gegensatz zu deutschen aufgebaut werden. Es mag auf den ersten Blick schwierig oder verwirrend klingen, aber sobald du dich für das Koreanisch lernen entscheidest, wirst du dich schnell daran gewöhnen. Du wirst mit einfachen Worten und kurzen Sätzen beginnen und schon in kurzer Zeit die richtigen Partikel nutzen.

Höflichkeit und Rollen im Koreanischen

Im Koreanischen ist Höflichkeit ein großes Thema. Sie zeigt sich in der Anrede deines Gegenübers und dabei spielen Alter, Status und Vertrautheit eine Rolle. Da Worte kein Geschlecht haben, bedeutet der Wortanhang „Ssi“ sowohl Herr als auch Frau und kann an den Vornamen oder den Nachnamen angehängt werden. Du würdest diese Form der Anrede Menschen gegenüber verwenden, die jünger als du sind, aber erwachsen. Auch der Status entscheidet über die Wahl der Anrede: Kollegen bei der Arbeit könntest du mit „Ssi“ ansprechen, bei deinem Chef aber solltest du lieber ein „Nim“ an den Namen hängen, denn er hat einen höheren Rang als du. „Nim“ ist eine besonders höfliche Form der Anrede, auch Kunden im Geschäft wird damit Respekt gezeigt. Wenn du jemanden auf der Straße ansprichst, dessen Alter und Beruf dir nicht bekannt ist, wähle zur Sicherheit immer den Anhang „Nim“.

Auch wenn über dritte gesprochen wird, nutzen Koreaner unterschiedliche Worte und Partikel am Ende der Verben für Respektspersonen oder aber enge Vertraute. Triffst du dich mit guten Freunden oder Verwandten, hängst du ein -a oder -ya an ihren Namen, wenn du sie begrüßt und duzt sie damit. Tatsächlich gibt es auch für die Worte ich und du im Gespräch einige unterschiedliche Formen und Abstufungen der Höflichkeit. Keine Sorge, niemand wird von dir erwarten, dass du alle diese Höflichkeitsformen von Anfang an perfekt beherrscht.

Wie sind koreanische Sätze aufgebaut

Die koreanischen Schriftzeichen

Koreaner nutzen ein Buchstaben-Alphabet, genau wie wir im Deutschen. Anders als in China oder Japan, wo verschieden Silbenschriften benutzt werden oder einzelne Schriftzeichen gleich für ganze Worte stehen, werden im koreanischen Alphabet Silben aus einzelnen Buchstaben gebildet. Dabei werden maximal vier Buchstaben in einem imaginären Quadrat angeordnet und ergeben als Silbe einen Wortbestandteil. Willst du eine Silbe entziffern, liest du innerhalb des imaginären Quadrates immer von links oben nach rechts unten. Mit ein bisschen Übung wirst du die Silben nicht mehr einzeln entziffern müssen, sondern auf einen Blick erkennen können.

Die gute Nachricht für alle, die Koreanisch lernen wollen: Es gibt nur 24 Buchstaben. Sie bestehen aus einfachen geometrischen Elementen und lassen sich schnell erkennen und lernen. So nutzen die Koreaner beispielsweise vier Hauptvokale: a, offenes o, geschlossenes o und u. Es gibt diese Vokale auch noch in der Variante ya, yo, yo und yu – die Buchstaben dafür werden jeweils um einen kleinen Strich ergänzt und folgen damit einer gewissen Logik. Ähnlich verhält es sich mit den Konsonanten, die es teils in weicher und harter Aussprache gibt. Die Zeichen für die hart gesprochene Version verfügt auch wieder über einen Strich mehr.

Koreanisch lernen – wie anfangen?

Wenn du bis hier gelesen hast, hast du offensichtlich schon Feuer gefangen für die koreanische Sprache und möchtest sie erlernen. Vielleicht bist du auch Fan von koreanischer Popkultur, hörst gern K-Pop oder siehst dir koreanische Videos mit Untertiteln an. Das alles ist auf jeden Fall eine großartige Vorbereitung zum Koreanisch lernen, denn so schulst du dein Sprachgefühl und gewöhnst dich an den Klang und die richtige Aussprache. Aber auch wenn du Koreanisch für deinen Job lernen möchtest und es eher im geschäftlichen Zusammenhang anwenden wirst, hilft es dir am Anfang, koreanische Musik, Filme, Comics oder Kinderbücher zu hören und zu lesen. Nun brauchst du aber noch einen
Koreanisch-Lehrer oder eine Lehrerin, um wirklich voranzukommen. Zwar gibt es viele gute Sprachlern-Blogs, -Videos und -Kurse im Internet und mit viel Disziplin und Durchhaltevermögen kann man diese neue Sprache vielleicht auch ganz allein lernen. Aber viel leichter, schneller und auch spaßiger geht es doch mit einem Gegenüber! Ein koreanischer Muttersprachler, mit dem du dich online regelmäßig triffst, kann dich direkt in der Aussprache verbessern und sich ganz auf dein Lerntempo einstellen. Sicher findet ihr auch gemeinsame Interessen und könnt die Lerninhalte für dich spannend gestalten. Nebenbei lernst du Dinge über die koreanische Kultur, das Land und die Trends und bist motivierter, als wenn du ganz allein vor dem Rechner sitzt. Bei italki kannst du aus einer großen Auswahl professioneller koreanischer Muttersprachler wählen und deine Unterrichtsstunden ganz nach deinen Bedürfnissen planen. Du wirst feststellen, dass oben beschriebenen Themen wie Satzbau, Höflichkeitsformen oder Schriftzeichen dir schon bald geläufig sind und es richtig Spaß macht, sie anzuwenden.

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