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Was ist der Unterschied zwischen Russisch und Ukrainisch?

Was ist der Unterschied zwischen Russisch und Ukrainisch

Es gibt einige Unterschiede zwischen Russisch und Ukrainisch, auch wenn beide Sprachen aus der urslawischen Sprache entstanden sind. Auch nutzen beide Sprachen das kyrillische Alphabet und viele Worte sind tatsächlich gleich.

In diesem Beitrag erfährst du also sowohl etwas über die Unterschiede zwischen Russisch und Ukrainisch, als auch über die Gemeinsamkeiten. Außerdem lernst du ganz nebenbei auch etwas über die neuere Geschichte der beiden Länder.

Mit der Geschichte fangen wir auch gleich an. Das Gebiet der heutigen Ukraine war lange Zeit von Polen und Russland umkämpft. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die ukrainische Nationalbewegung unterdrückt und die ukrainische Sprache als „kleinrussischer Dialekt“ von der russischen Zaren-Regierung verboten. Auch im 20.

Jahrhundert hatte die neu gegründete Ukrainische Volksrepublik nur kurz Bestand und wurde durch den 1. Weltkrieg und den Russischen Bürgerkrieg wieder aufgeteilt. Als Teil der Sowjetunion bestand die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik schließlich bis 1991. Erst dann schaffte die Ukraine den Schritt in die Unabhängigkeit.

Ukrainisch ist eine eigene Sprache

So ist es nicht verwunderlich, dass etwa zwei Drittel des ukrainischen Wortschatzes aus dem Russischen kommen. Das bedeutet aber nur teilweise, dass russische Muttersprachler automatisch in der Lage sind, Ukrainisch einfach so zu verstehen. Aber wie du dir denken kannst, sprechen viele Ukrainer natürlich Russisch, es war während der Sowjetzeit sogar Amts- und Unterrichtssprache.

Dennoch – und das ist wichtig zu wissen – ist Ukrainisch eine eigenständige Sprache, die sich unabhängig von russischen Einflüssen weiterentwickelt. Viel eher wird die ukrainischen Sprache beeinflusst von den Sprachen der umliegenden Länder Polen, Österreich und Rumänien. Die russische Sprache hingegen hat schon zur Zarenzeit eher französische und lateinische Wörter in ihren Wortschatz integriert.

Auch die Sprachmelodie und die Betonung der beiden Sprachen ist nicht die gleiche und wird von unterschiedlichen Einflüssen geprägt.

Was ist der Unterschied zwischen Russisch und Ukrainisch

Gibt es denn Gemeinsamkeiten zwischen Russisch und Ukrainisch?

Sowohl Russisch als auch Ukrainisch benutzen grundsätzlich das kyrillische Alphabet mit 33 Buchstaben. Dennoch gibt es in jeder Sprache einzelne Buchstaben, die es in der anderen nicht gibt und wieder andere Buchstaben werden unterschiedlich ausgesprochen oder benutzt. Tatsächlich gibt es ganze Wörter, die eine völlig andere Bedeutung in jeder der beiden Sprache haben. So bedeutet zum Beispiel das russische Wort für „Gewehrkolben“ auf Ukrainisch „Beispiel.“

Auch die Grammatik der beiden ostslawischen Sprachen unterscheidet sich teilweise voneinander. Es gibt also mindestens so viele Gemeinsamkeiten, wie es auch Unterschiede gibt. Vielleicht lässt sich das Verhältnis der beiden Sprachen ein bisschen mit Niederländisch und Deutsch vergleichen. Lesen wir einen niederländischen Text, können wir einiges erraten. Viele Wörter sehen ähnlich oder gleich aus, werden aber dennoch ganz anders ausgesprochen oder auch anders benutzt.

Ukrainisch hat viele Dialekte

Überraschenderweise hat Russland als immerhin größtes Land der Welt mit geschätzt 210 Millionen Sprechern im wesentlichen nur drei Dialekte: Nordrussisch, Zentral- und Südrussisch. Alle drei Sprachfärbungen sind für Sprecher anderer Regionen problemlos verständlich.

Anders verhält es sich mit Ukrainisch, einer Sprache, die etwa 32 Millionen Menschen ihre Muttersprache nennen und die von insgesamt nur etwa 40 Millionen Menschen überhaupt gesprochen wird. In der Ukraine findet sich eine Vielzahl an sehr ausgeprägten Dialekten, die jeweils stark von den angrenzenden Regionen und ihrer Geschichte geprägt sind. Man sagt, dass in der Region um Poltawa in der Zentralukraine Standardukrainisch gesprochen wird, da die Schriftsprache darauf basiert.

Was ist der Unterschied zwischen Russisch und Ukrainisch

Russisch oder Ukrainisch lernen?

Die Frage lässt sich für dich nur ganz individuell beantworten, nämlich mit deiner persönlichen Motivation, dir eine ostslawische Sprache anzueignen. Russisch kann durchaus als Weltsprache zählen. Wie oben bereits erwähnt, wird sie von sehr vielen Menschen auf der Welt gesprochen. Man geht von etwa 150 Millionen Muttersprachlern aus, für 60 Millionen Menschen ist Russisch die zweite Sprache. Außer in Russland ist Russisch noch in acht weiteren ehemaligen Sowjet-Staaten Amtssprache und auch im Baltikum verbreitet.

Selbst in Deutschland wird Russisch von etwa 3 Millionen Menschen gesprochen. Interessierst du dich also für die russische Kultur und Geschichte, hast geschäftliche Beziehungen in russischsprachige Länder oder planst eine Reise durch die ehemaligen Ostblock-Staaten, dann lass dich nicht vom Russisch lernen abhalten. Mindestens ein Wort kennst du ohnehin schon, stimmt’s? Nasdarovje nämlich, das russische Wort für Prost! Am besten beginnst du damit, dir die kyrillische Schrift anzusehen und dich mit den Buchstaben vertraut zu machen.

Hast du bereits russische Grundkenntnisse, wird dir das Ukrainisch lernen allerdings auch leichter fallen, dank der oben beschriebenen Gemeinsamkeiten der Sprachen. Auch das Alphabet kennst du dann schon und die Abweichungen kannst du dir schnell einprägen.

Lerne Ukrainisch für die Ukraine

Willst du aber die Ukraine besuchen oder gar dort leben und dich vor Ort verständigen und Freundschaften aufbauen, dann empfiehlt es sich wirklich, Ukrainisch zu lernen. Besonders in der Westukraine kannst du nicht voraussetzen, dass die Menschen Russisch verstehen und gut sprechen. Russisch ist kein Pflichtfach mehr in Schulen und im Fernsehen gibt es eine festgelegte Quote für den Anteil an ukrainisch-sprachigen Sendungen.

Du machst den Ukrainern garantiert eine Freude und zeigst Respekt für das Land und die Kultur, wenn du zumindest einige Sätze Ukrainisch beherrschst. Stelle dir einfach nur vor, ein ausländischer Besucher würde dich in Deutschlands mit „Grüezi!“ begrüßen oder mit “Goededag!“. Du würdest ihn verstehen, aber die Sprache deines Nachbarlandes ist eben nicht deine Sprache.

Sprachen lernen mit einem persönlichen Lehrer

Ganz gleich, für welche Sprache du dich entscheidest, ein sicherer und effektiver Weg zum Sprachenlernen ist ein persönlicher Sprachlehrer oder eine Lehrerin. Einzelunterricht hat viele Vorteile: Dein Gegenüber kann sich ganz auf dich einstellen, dir gezielt helfen und sich sogar nach deinen Interessen richten, wenn es um die Wahl der Inhalte geht. Außerdem macht es mehr Spaß, wenn du jemanden gefunden hast, der dir sympathisch ist.

Du erfährst Interessantes über Land und Leute aus erster Hand und regelmäßige Termine mit einer festen Person motivieren dich, wirklich dranzubleiben. Du bereitest dich garantiert besser vor, wenn du einen Einzeltermin hast und kannst dann Fragen stellen, soviel du willst. Da solche Einzelstunden online funktionieren, bist du auch noch völlig frei in deiner Ortswahl und die Termine kannst du mit deinem Gegenüber auch ganz individuell abstimmen.

Erfahrene Russisch-Lehrer findest du zum Beispiel bei italki – einige von ihnen bieten sogar auch Ukrainisch als Unterrichtssprache an. Mit einer vergünstigten Probestunde findest du heraus, ob ihr gut zusammen arbeiten könnt. Du wirst staunen, wie schnell du erste Lernerfolge erlebst und wie viel Freude es machen kann, eine fremde Sprache zu lernen.

Ergänzend kannst du trotzdem noch andere Angebote ausprobieren, und natürlich regelmäßig auch allein üben. Auch russische Filme mit Untertiteln zu schauen oder ukrainische Musik zu hören, wird dir helfen, dich an die neue Sprache zu gewöhnen.

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, kannst du hier weiter lesen: Wie schwer ist es, Russisch zu lernen?

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Hello, ich bin als Autor bei italki tätig. Ich interessiere mich dafür, Fremdsprachen zu lernen, und Tipps & Tricks beim Lernen zusammenzufassen.

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